Familienpatenschaften in den Frühen Hilfen

Ansprechpartnerin:
Elvira Hübert, Telefon: 0521 97797813
e.huebert@kinderschutzbund-bielefeld.de

Das Angebot der Familienpatenschaften steht in Bielefeld für eine schnelle und unbürokratische Unterstützung für Familien mit kleinen Kindern, die in Überlastungssituationen oder vorübergehenden Notlagen sind. Deshalb engagieren wir uns in der Vermittlung und Qualifizierung von Personen, die in den Familien eine ehrenamtliche niederschwellige Hilfe anbieten: die Familienpatinnen

Familien, die Hilfe benötigen, können sich persönlich an den Kinderschutzbund wenden oder werden von verschiedenen Institutionen an den Kinderschutzbund verwiesen.

Die Familienpatenschaften des Kinderschutzbundes ist ein Modul der „Frühen Hilfen“ der Stadt Bielefeld.

Ziele des Angebots

Durch den Einsatz von Familienpatenschaften wollen wir:

  • das positive Aufwachsen von Kindern ermöglichen und unterstützen
  • die Bindung zwischen Mutter/Eltern und dem Kind stärken
  • die Mütter/Eltern entlasten, anerkennen und stärken
  • konkrete Hilfe anbieten
  • in ein stabilisierendes soziales Umfeld einbinden
  • die Erziehungskompetenzen der Eltern unterstützen

Der Rahmen

Mit einer Patin sollen Bielefelder Familien unterstützt werden, die z.B.

  • neu in der Stadt sind und kaum Möglichkeiten haben soziale Kontakte aufzubauen
  • ihre Kinder allein erziehen
  • sich durch den Alltag mit Ihren Kindern erschöpft und überlastet fühlen
  • sich nach der Geburt eines Babys Unterstützung wünschen, oder Mehrlinge geboren werden
  • Kinder haben die viel Aufmerksamkeit und Förderung brauchen
  • Familien in denen ein Familienangehöriger schwer erkrankt ist oder es andere soziale Belastungsfaktoren gibt.
  • Wenn die Familie aus vielen Mitgliedern besteht
  • Wenn die Mütter/Eltern sehr jung sind

In welcher Form eine Familienpatin tätig sein kann, wird gemeinsam mit der Familie vereinbart. Jede einzelne Patin und jede einzelne Familie füllen die Idee der Familienpatenschaften mit Leben.

Die Familienpatinnen

Familienpatinnen sind ehrenamtliche vom Kinderschutzbund Bielefeld geschulte Helferinnen mit Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung die sich engagieren wollen. Sie unterstützen und entlasten Bielefelder Familien ein- bis zweimal die Woche. Je nach Bedarf und in Absprache mit den Familien, beschäftigen sie sich mit den Kindern, hören zu oder begleiten Eltern zu Gesprächsterminen oder Behördengängen. Die Tätigkeit einer Patin setzt die Bereitschaft voraus, helfen zu wollen und sich dabei in ein zunächst fremdes Familiensystem einzufügen, den Familienalltag kennen zu lernen und der Familie begleitend und unterstützend zur Seite zu stehen. Hierfür ist es notwendig sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, welche Erwartungen die Patin an diese Tätigkeit hat und wie viel Nähe sie bereit ist einzugehen und zuzulassen. Es kommt vor allem darauf an, Verständnis aufzubringen für die Bedürfnisse der anderen, ohne die eigenen Interessen aus den Augen zu verlieren

Die Familienpatinnen werden von sozialpädagogischen Fachkräften auf die ehrenamtliche Tätigkeit vorbereitet und in regelmäßigen Treffen begleitet. Hier sind auch Mitarbeiterinnen der „Fachstelle für Kinderschutz“ anwesend, um über konkrete Beratungs- und Hilfsangebote zu informieren. Sie ersetzen keine Hilfen zur Erziehung gem. ³27 ff SGB 8.

Das Patenschaftsmodell des Kinderschutzbundes

Das Patenschaftsmodell des Kinderschutzbundes ist ein Modul der „Frühen Hilfen“ der Stadt Bielefeld.

Seit 2007 besteht eine enge Zusammenarbeit mit der „Fachstelle für Kinderschutz“ und den hier tätigen Familienhebammen. Darüber hinaus gibt es eine gute Vernetzung mit anderen sozialen Trägern.

In dem am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzt (BKiSchG) sind die Frühen Hilfen erstmals gesetzlich verankert.

Gemäß der im § 1 Abs. 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) enthaltenen Definition wird unter Frühen Hilfen die „Vorhaltung eines möglichst frühzeitigen, koordinierten und multiprofissionellen Angebots in Hinblick auf die Entwicklung von Kindern vor allem in den ersten Lebensjahren und deren Eltern, oder werdenden Eltern verstanden.

Frühe Hilfen basieren auf drei Schwerpunkten:

  • Stärkung der Elternkompetenzen: Frühes Erkennen von Belastungen und Risiken durch einen frühen Zugang und rechtzeitige Hilfen für Kinder und Familien im Rahmen von verbindlichen Netzwerken Früher Hilfen
  • Präventiver Schutz von Kindern: Gesundes Aufwachsen und zuverlässiger Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Misshandlung durch eine Stärkung der staatlichen Gemeinschaft
  • Starke Netze für Eltern und Kinder knüpfen: Verbindliche Vernetzung zwischen dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe, den Schwangernberatungsstelle und vielen weiteren Netzwerkpartnern.

 

Die Bundesregierung bringt den Wunsch zum Ausdruck, dass durch früh einsetzende Hilfen die Achtsamkeit gegenüber Lebenslagen von Kindern und Eltern, das frühe Erkennen schwieriger Lebensumstände, die Ansprache von Eltern und das Werben für eine gute Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Es sollen Zugänge und Kontaktwege zu Kindern und Familien geschaffen werden, die es ermöglichen, frühzeitig belastende Entwicklungen zu erkennen und Unterstützungsformen zu entwickeln, damit eine Verfestigung von Problemlagen verhindert, bzw. abgemildert werden kann. Der Einsatz von Ehrenamtlichen, z.B. in Patenschaftsangeboten ist ein wichtiger Baustein der Frühen Hilfen. Gerade in präventiven Angeboten und für Familien in denen es noch zu keiner Verfestigung von Problemlagen gekommen ist können die ehrenamtlichen Familienpatinnen einen bedeutenden Beitrag zur Unterstützung von leisten.

Die Frühkindliche Entwicklung ist von großer Bedeutung für das ganze weitere Leben. Kinder erwerben in den ersten Lebensjahren lebensnotwendige motorische, soziale, emotionale, kommunikative und kognitive Fähigkeiten und Kompetenzen. In dieser Lebensphase werden wichtige Weichen für eine gesunde geistige, körperliche und seelische Entwicklung der Kinder gelegt.

Im Deutschen Kinderschutzbund hat die Entwicklung Früher Hilfen und niederschwellige Hilfen für Familien eine lange Tradition und bildet einen wichtigen Schwerpunkt unserer Angebote.

Die Stärkung der Familien ist ein wesentliches Ziel. Dem Einsatz ehrenamtlicher Familienpatenschaften liegt die wissenschaftliche Erkenntnis zu Grunde, dass eine soziale Unterstützung eine wichtige Ressource darstellt. Familienpatenschaften können in belastenden Situationen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung haben.

Seit Mai 2010 unterstütz die Hermann und Ingrid Martini-Stiftung die engagierte Arbeit der Ehrenamtlichen.

Weitere Patenschaftsangebote